Serie: Neue Social Networks – Peach – „Der Snapchat Killer?!“

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Nach dem Hype um Ello, Meerkat und Periscope – schickt sich nun ein/e neue/s Social Network/App an: Peach. Peach erinnert in Teilen an Snapchat. Was es eigentlich ist, ob es für Unternehmen sinnvoll ist und kann es Snapchat verdrängen?, dazu mehr in diesem Beitrag.

Aktualisierungen

Was ist Peach?

Die neue App Peach stammt von Dom Hofmann der bereits vor einigen Jahren Vine gegründet hat. Damit hat Peach allerdings nichts zu tun. Viel mehr kann es als eine Mischung aus Tumblr, Snapchat, Facebook Messenger, Slack und Twitter beschrieben werden.

Funktionen von Peach

Nach einem simplen Anmeldeprozesse mit Benutzernamen, Passwort, der Eingabe des richtigen Namens und dem Profilbild Upload, sollte direkt nach Freunden gesucht werden (um Freunden/Personen zu folgen, muss man allerdings deren exakten @Benutzernamen kennen, ansonsten verläuft die Anfrage ins Leere; die Telefonbuch-Suche sollte nun auch funktionieren). Hat man seinen ersten Kontakt, kann man auf dem Profil nach rechts sliden und sieht dessen Kontakte. Es kann ebenso eingestellt werden ob das Profil öffentlich oder privat sein soll.

Nun kann direkt der erste Post veröffentlicht werden. Dieser erscheint wie bei einschlägigen Netzwerken auf einer Timeline. Das Besondere, bei Peach stehen viele „Magic Words“ für die Interaktion zur Verfügung. Beispielsweise kann durch die Eingabe von „Weather“ das aktuelle Wetter am aktuellen Standort ermittelt und veröffentlicht werden. Hier eine Liste aller magischen Worte/Befehle (dazu reicht es meist den Anfangsbuchstaben einzutippen):

  • peach-lars-kroll2-appBattery: Zeigt den aktuellen Akku-Status an
  • Book: Öffnet eine Suche zur Angabe des aktuellen Buchs, dass man liest
  • Date: Das aktuelle Datum
  • Dice: Eine Runde Würfeln
  • Draw: Ermöglicht das freie Zeichnen
  • Events: Ermittelt die Anzahl der heute anstehenden Events aus dem eigenen Kalender
  • Game: Öffnet eine Suche zur Angabe des aktuellen Spiels, dass man spielt
  • GIF: Schaltet eine Suche auf, in der man nach einer schier unbegrenzten Anzahl an GIFs suchen kann, z.B. LOL
  • GoodMorning und GoodNight: Guten Morgen bzw. Gute Nacht sagen
  • Here: Aktueller Standort
  • Move: Funktioniert wie ein Pedometer und zählt die Schritte des Tages
  • Movie: Öffnet eine Suche zur Angabe des aktuellen Films, den man sich anschaut
  • Rate: Ermöglicht das Ranking mittels einer Sterne-Skala 1-5
  • Safari: Öffnet den Browser
  • Shout: Eine Aussage hervorheben
  • Song: Zeigt den momentan abgespielten Song á la Shazam an
  • Time: Uhrzeit
  • TV: Öffnet eine Suche zur Angabe des aktuellen Senders/Films, den man sich anschaut
  • Weather: Das aktuelle Wetter am aktuellen Standort

Neue Magic Words:

  • Image: Nach einem Bild suchen
  • Throwback: Veröffentliche ein zufällig ermitteltes Bild mit Datum
  • Mood: Zeige wie du dich fühlst
  • Caption: Text zu einem beliebigen GIF hinzufügen
  • Noise: Umgebungslautstärke posten

Neben diesen Befehlen können Kontakte ähnlich wie bei Facebook „angestupst“, Beiträge kommentiert oder „geherzt“ werden. Auch ist es möglich Fotos zu veröffentlichen oder Fragen über einen selbst zu beantworten.

Relevanz für Unternehmen

Da es noch eine sehr junge App ist, lässt sich schwer sagen, inwiefern Unternehmen davon profitieren können und Nutzungsszenarien möglich sind. Wie bei allen neuen Social Networks/Apps, müssen Early-Adopter durch Ausprobieren lernen mit den Funktionen umzugehen. Da Snapchat hier zu Lande erst an Fahrt gewinnt, würde ich persönlich zunächst einmal die Hausaufgaben auf den „Standard Social Networks“ machen, dann Snapchat ausprobieren und danach weitere „gehypte“ Plattformen ausprobieren. Achso: die App ist bis dato nur für Apple User verfügbar.

Auf der anderen Seite steht ja noch die Frage: Wie finanziert sich die App? Bis dato ist hier nichts erkennbar, ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es „Branded Magic Words“ geben wird, die sich Unternehmen kaufen und etablieren können. Bspw. mit dem Wort: „Red Bull“ wird eine Dose des Energydrink-Herstellers eingefügt. Wer hier als Unternehmen zu erst Aktiv wird, kann gut eine führende Position einnehmen. Einer meiner Lieblingskanäle ist z.B. der von @producthunt oder von @MerriamWebster:

Fazit

Das Ausprobieren der Befehle ist intuitiv und macht Spaß. Ich selbst könnte mir vorstellen, dass andere Netzwerke hier diese Funktion wie die Hashtags übernehmen werden, wäre ja nicht das erste Mal! Wie lange die Funktionen allerdings Laune machen ist unklar, so sind die aktuell ca. 20 Begriffe doch überschaubar. Wann und ob hier weitere Worte ergänzt werden ist (noch) nicht bekannt.

Was mich weiter überzeugt ist, dass Nutzer nicht die eigene Wall spammen können und die Timeline so aufgeräumt bleibt. Die App bringt (wieder) Spaß in die Social Networks – Ich sehe jedoch die Funktionen (bis auf ein Branded Magic Word, s.o.) für Unternehmen als sehr begrenzt an. Wer die Funktionen testen möchte kann mir gerne unter @LarsKroll schreiben.

Der Spiegel bringt es weiter ganz gut auf den Punkt: spätestens nach der Stagnation der Funktionen, „könnte der Pfirsich-App das gleiche Schicksal drohen wie den Lieblingsanwendungen vor ihr: Die Karawane zieht weiter zum nächsten Hype.“

Bildquelle: Peaches on a Table via Shutterstock

 

Über den Autor 

Lars Kroll arbeitete als Projektmanager Online Marketing und Social Media beim SocialMedia Institute (SMI). Nebenbei absolvierte er seinen Master in Wirtschaftspsychologie, Leadership und Management; Fachrichtung Werbe- und Marketingpsychologie. Mehr findet Ihr über ihn in diversen Social Networks.

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