State of Social Media (Management) in deutschen Unternehmen

state-of-social-media-in-deutschland

Für das Buch „Berufsziel Social Media„, erschienen im Fachverlag Springer-Gabler, wurde in Zusammenarbeit mit dem BVCM e.V. eine umfangreiche Befragung zum Thema „Social Media in Unternehmen“ mit über 100 Social Media Managern in deutschen Start-Ups, KMU und Konzernen durchgeführt. Folgende Key-Erkenntnisse konnten durch die Umfrage im Januar-Februar 2014 gewonnen werden.

Social Media Teams

2/3 der deutschen Unternehmen haben Social Media-Teams bestehend aus max. 5 Personen davon allerdings nur 80% aus einer Person, eine wie ich finde leider noch sehr hohe Anzahl. (Anmerkung, hier bleibt zu hoffen, dass diese Personen wenigsten durch ihre Kollegen durch Content, etc. unterstützt werden.) Bei den Teams die mehr als eine Person im Social Media Bereich beschäftigen (13,7 zw. 5-10 Mitarbeiter und Rest > 10 Mitarbeiter), arbeiten zu 40% Social Network oder Kampagnen bezogen. Der Großteil allerdings zu 60% mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf allen Social Networks gleichzeitig und mit verschiedenen Schwerpunkten (CRM, Marketing, PR, ..) bzw. mit verschiedenem Länder/Sprachen Fokus.

Schön ist zu sehen, dass knapp die Hälfte (45%) der Social Media Manager eine Aus- / Weiterbildung absolviert hat.

Social Media Ziele

Aus welchen Gründen sind Unternehmen eigentlich in den Social Medias aktiv? Hier wurden besonders folgende fünf Ziele genannt:

Social Media Networks

Mit der Frage: „Was sind die wichtigsten Plattformen für Social Media Manager?“, konnten die relevantesten Netzwerke für deutsche Unternehmen evaluiert werden. Dazu zählen ohne Überraschung Facebook (75%), Twitter (14%) und XING abgeschlagen mit 6 Prozent. Weitere mit allerdings überraschender „Unwichtigkeit“ Google+ (3%), Instagram und LinkedIn mit je 1%. Bei der Nutzung der sehen die Werte jedoch besser aus:

nutzung-social-networks-deutschland

Social Media Tools

Das Social Media Tools für Social Media Manager essentiell sind ist hoffentlich bekannt. Allerdings haben „nur“ 82,2% der Befragten Zugriff auf zumindest ein Socila Media Management Tool. Zu den Top-Five gehören unser Partner HootSuite (45%), Tweetdeck (16%), Social Bench (12%), Talkwalker (8%), Facebook Insights, Fanpagekarma und Social Bakers mit jeweils sieben Prozent.

(Anmerkung! Weitere Tools die für das Community Management sicherlich sinnvoll sind: Brandwatch, Zyncro, Buffer App, eBench, und Weitere)

Social Media Herausforderungen

State of Social Media in deutschen Unternehmen“ bedeutet, dass das Berufsbild Social Media Management, Budgets und Social Media Integration, so langsam angekommen ist, allerdings geben mehr als 30 der Befragten an, dass Sie immer noch für die Akzeptanz von Social Media in ihrem Unternehmen kämpfen müssen. Nur drei der Social Media Manager sprechen von einem „Alltags-Internet“ und bereits fortgeschrittenen Enterprise 2.0.

Social Media ROI, ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen in deutschen Unternehmen. So ermittelte die Studie bei jedem fünften „Monetarisierung“ als einen der Knackpunkte wenn es um die Argumentation für den Einsatz/Investment von/in Social Media geht. So müssen Invests ganz klar gegenüber den Erfolgen abgegrenzt und analysiert werden. Dafür werden neben guten Monitoring-Tools, klar KPIs benötigt und ein dauerhaftes Dokumentations-Instrumentarium für die Erfolgsentwicklung des Social Media Engagements.

Weitere Herausforderungen die hier genannt wurden sind:

  • Wettkampf um Sichtbarkeit und Reichweite
  • Storytelling (Content Marketing) / Customer Journey
  • Interaktionsraten steigern
  • Professionalisierung und Akzeptanz u.a. des Berufsbildes „Social Media Manager

Fazit

Social Media ist in deutschen Unternehmen angekommen, jedoch noch nicht mit der Akzeptanz wie in anderen Ländern. Wie aufgeführt kämpfen viele der Social Media Manager mit dem Thema ROI, Budget-Freigaben und selbst mit der Akzeptanz ihrer Tätigkeit als Social Media Manager. So kommt die Studie ebenfalls zu dem Fazit, dass primär die Tätigkeit des Community Managers im Vordergrund steht, d.h. im direkten Dialog mit den Anspruchsgruppen stehen, anstatt sich um Prozesse oder direkt Einbindung der zuständigen Mitarbeiter/Kollegen kümmern zu können. Ebenfalls gibt es nach wie vor Bedarf an Social Media Schulungen, Ausbildungen und Coaching.
Das SocialMedia Institute steht hier gerne als Ansprechpartner rund um die Weiterbildung des Marketing, Mitarbeiter aber auch für Schulungen, Events und Professionalisierung zur Verfügung. Fragen Sie nach unserem Social Media Coaching.
Eine umfassende Infografik sowie die Gesamtergebnisse der Studie gibt es auf der Website: Berufsziel Social Media!

Über den Autor 

Lars Kroll arbeitete als Projektmanager Online Marketing und Social Media beim SocialMedia Institute (SMI). Nebenbei absolvierte er seinen Master in Wirtschaftspsychologie, Leadership und Management; Fachrichtung Werbe- und Marketingpsychologie. Mehr findet Ihr über ihn in diversen Social Networks.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Guter Artikel mit interessanten Statistiken. Die Befragungen zeigen, dass in Unternehmen immer noch viel bezüglich der Social Media Präsenz getan werden muss und auch das Verständnis für diese Marketingform noch nicht ausgereift ist. Social Media Kampagnen anhand vom ROI messen zu wollen, wird sehr schwierig werden, da diese Kanäle sehr gut zum Branding oder zur Kundenbindung geeignet sind. Aber auch das hat Vorteile, ist aber halt kosten- und zeitintensiv. Wenn Unternehmen glauben, eine Person könnte mal eben nebenbei alle Social Media unterhalten, dann ist es kein Wunder, dass man bei Facebook oder Twitter auf Anfragen kaum Antworten erhält, wie ich es schon oft erlebt habe. Aus diesem Grund macht es meiner Meinung nach auch mehr Sinn, als Unternehmen überhaupt keine Social Media Netzwerke zu nutzen, anstatt sich um diese dann nur am Rande zu kümmern.

    • Danke für den Kommentar.
      Ich kann dem aus meiner Erfahrung sicher beipflichten.
      Nur wird es dauerhaft keine Lösung sein, sich aus der Kommunikationsart Social Media fernzuhalten, da diese Kommunikationsdisziplin mit Sicherheit nicht mehr verschwinden wird. Angesichts der Nutzerzahlen heute, und insbesondere dem Kommunikationsverhalten der jüngeren Generation entsprechend, wird sich diese Frage des Ja oder Nein wohl eher nicht mehr stellen. Gern erinnere ich hier an die Einführungszeiten des Faxgeräts oder auch des EMail.
      Man kann so nur an die Unternehmens- und Geschäftsleitungen apellieren, das Thema der Veränderung der Kommunikation hin zu einer transparenten, offenen und digital unterstützten Kommunikation, oft Echtzeitkommunikation, ernst zu nehmen und richtig einzuschätzen, und für die notwendige Anpassung/Adaption die richige Strategie und Massnahmen zu treffen. Daß diese Kommunikationsveränderung nun unter dem Begriff Social Media personifiziert wird ist dann leider oft schwierig, weil hier unerfüllbare Erwartungshaltungen geweckt wurden, oft ohne den wirklichen Hintergrund und die zugrundeliegenden Veränderungsprozesse zu verstehen. Schauen wir mal, wie wir da wieder rauskommen!

  2. Wenn ich den verlinkten Text von Stefan Rippler nicht missverstehe, ist die Aussage, dass 80% der Unternehmen in Deutschland ein Social Media Team von nur 1 Person beschäftigen nicht ganz richtig.

    2/3 der deutschen Unternehmen haben Teams bestehend aus max. 5 Personen.
    DAVON(!) 80% bestehend nur aus 1 Person.

    Ansonsten vielen Dank für die Zusammenfassung!

  3. Pingback: State of Social Media (Management) in deutschen...

Schreibe einen Kommentar