Facebook Werbeanzeigen – Facebook Ads (Teil 1)

Facebook Werbeanzeigen (Facebook Ads) – Alles was Du dazu wissen musst! (Teil 1) / (Teil 2) / (Teil 3)
Laut Facebook ermöglichen die Facebook Werbeanzeigen (Facebook Ads) einen schnellen Fanaufbau für die eigene Unternehmens-Fanpage. Leider sieht die Realität in Deutschland oftmals anders aus, da laut eMarketer nur rund 0,029 % der gesehenen Facebook Werbeanzeigen angeklickt werden. Wichtig für eine gelungene Werbekampagne über Facebook ist die genaue Eingrenzung der jeweiligen Zielgruppe. Facebook lässt hierzu folgende Segmentierungen zu:

  • Land
  • Stadt + Umkreis um eine Stadt in Meilen
  • Alter (von/bis)
  • Geschlecht (alle, Männer, Frauen)
  • Interessen (z.B. Fussball, Apple, etc.)
  • Kategorien (z.B. frisch verheiratet, Geburtstag in den nächsten Tagen, Sportarten, Mobile-Gerät, Reisen, Personen die viele Fotos hochladen, Personen die Spiele spielen, etc.)
  • Verbindungen (Personen die Fan/Nicht-Fan einer Facebook Seite sind, eine Applikation (nicht) nutzen, Freunde sind von Personen die Fan einer Seite sind, etc.)
  • Interessiert sind an Männern, Frauen (oder allen)
  • Beziehungsstatus (Alle, Single, in einer Beziehung, Verheiratet, Verlobt)
  • Sprachen
  • Ausbildung (Schüler, Student, Hochschulabschluss)
  • Arbeitsplätze

Das wichtigste Eingrenzungkriterium ist vermutlich erstmal “Interessen”, denn hier kann man speziell die Personen herausfiltern die zurzeit schon ein Interesse an ähnlichen Produkten bzw. Dienstleistungen bekunden.

Verschiedene Arten von Werbeanzeigen

Es gibt verschiedene Arten von Facebook Ads unteranderem die Standart Ads, diese sind die meist verwendeten Werbeanzeigen. Mithilfe von Standart Ads können Facebook Seiten/Orte, Anwendungen, Veranstaltungen aber auch Webseiten promoted werden.

Anzeigen auf Facebook bauen sich wie folgt auf:

  • einem Titel mit maximal 25 Zeichen
  • einem Bild mit 110×80 Pixel
  • eine Beschreibung mit maximal 90 Zeichen
  • Social Context

Beispiel für ein Facebook Advertisement

Zudem gibt es noch andere Arten wie die „Page Post Ad“ (für einzelne Inhalte auf der Fanpage), bei der „Story Ad“ werden Interaktionen durch Nutzer gefördert, sie kann mehrere Formen haben z.B. eine Aufforderung eine Page zu “liken”.

Kosten für Werbeanzeigen

Facebook unterscheidet zwischen zwei Arten der Berechnung:

CPC (Kosten pro Klick)

  • Bei der Abrechnungsform CPC bezahlt der Werbetreibende pro Klick, der auf das Werbemittel gemacht wird, dabei ist es egal, wie oft eine Werbeanzeige angezeigt wird.

CPM (Kosten pro 1000 Einblendungen)

  • Bei der Abrechnungsform CPM bezahlt der Werbetreibende pro 1000 Einblendungen der Werbeanzeige, die Anzahl der Klicks sind dabei irrelevant.

Desweiteren kann man zwischen zwei Budgetformen gewählt werden:

Tagesbudget

  • Ein Betrag X wird maximal pro Tag ausgegeben.

Laufzeitbudget

  • Ein Betrag X wird während einer vordefinierten Laufzeit, z.B. während 5 Tagen, ausgegeben.

Für beide Budgetarten stoppt Facaebook die Anzeige, sobald der Betrag aufgebraucht wurde. Die Bezahlung erfolgt über Paypal, Kreditkarte oder Lastschriftverfahren (nur in Deutschland). Rechnungen gibt es nicht per Post sondern nur in digitaler Form.
Um die Kosten für eine Facebook Werbeanzeige so gering wie möglich zu halten ist es wichtig, die Zielgruppe, die die Werbeanzeige sehen wird genau zu definieren. Je mehr Leute die Werbung angezeigt bekommen, desto kostenintensiver ist die Werbung. Auf der anderen Seite steigt mit einer genauen Definition der Zielgruppe auch die Klickrate und somit eine gezielte Ansprache potentieller Kunden.

Zehn Tipps für eine erfolgreiche Kampagne mit Facebook-Ads

  1. Sind Deine potentiellen Kunden auf Facebook aktiv? Gibt es bereits Branche ähnliche Facebook Fanseiten? Passen Deine Produkte zu deren Interessen und spricht die Werbung diese Zielgruppe an?
  2. Definiere Deine Zielgruppe so konkret wie möglich!
  3. Agiere in der „Cooporate Identity“ (CI) Deines Unternehmens, oder des Designs Deiner Facebookseite für einen optimalen Wiedererkennungswert.
  4. Experiementiere mit den verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten. Beginne zunächst mit den „Kosten pro Klick“ (CPC), aber behalte die Kostenentwicklung und dein Budget im Auge.
  5. Die vorher genannten „Sponsored Ads“ sind Aufgrund höherer Klickraten und weniger Kosten beliebter. Achte aber darauf wie die Facebook Nutzer reagieren, diese können durch dieses „agressive“ werben schnell verärgert werden.
  6. Varriiere deine Anzeigentexte und Bilder. Erstelle aber nicht mehr als 3, experiementiere mit einer ähnlichen Zielgruppe aber anderen Texten.
  7. Dein Text sollte die Nutzer zu einer Aktion motivieren und Emotionen wecken. Passe ebenfalls deine Tonalität dem potentiellen Publikum an. Jedoch behalte immer deine Firmenphilosophie im Hinterkopf.
  8. Behalte immer deine Kampagne im Auge: Klickraten, Interaktion, Sharing, …
  9. Biete deinem potentiellen Interessenten ein interessantes Ziel, eine extra für die Ad erstellte Seite. So erhöhst du deine Reichweite und Deine Werbung wird weiterverbreitet.
  10. Wie groß soll die Kampagne werden? Brauche ich Unterstützung, eventuell auch einen geschäftlichen Facebook Account für bessere Preiskonditionen.

Dies sind die ersten Schritte um aus Deinen Fans Geld zu machen: Monetization.

Hier gibt geht es weiter zu den nächsten Beiträgen der Serie:

2. Teil – Erstellung Facebook Werbeanzeigen

3. Teil – Erstellung Sponsored Posts

Facebook Ads Headerbild

Facebook’s (geheimer) Spam-Ordner

..geht es Dir manchmal auch so, Du wartest und wartest auf eine Facebook-Nachricht, meist von einer Person die (noch) nicht in den eigenen Kontakten ist, aber es kommt einfach keine Antwort? Ja? Nein!

-> In beiden Fällen solltest Du weiterlesen.

Facebook hat hier eine Art „Spam-Ordner“ angelegt, um zu vermeiden, dass der Posteingang vor lauter Werbung von Nicht-Kontakten überläuft. Das Problem ist das Facebook mit seinem Spamfilter, die Regeln kenn auch wir nicht, genau diese Nachrichten aussortiert und in einen Ordner „Sonstiges“ schiebt. Diesen Ordner erscheint nach einem Klick auf „Nachrichten„. Facebooks Pendant zu dem altbekannten Spam-Ordner.

Bild des Facebook Spam-Ordners

Hier lohnt es sich ab und an ein Blick rein zu werfen, denn nicht alle Nachrichten im Ordner „Sonstiges“ sind auch wirklich so unwichtig wie sie für Facebook scheinen..

Nachts im Museum mit dem Social Media Club Stuttgart

Social Media Club Stuttgart - Social Media Night - Twitterwall

Die 15. Social Media Night des Social Media Club Stuttgart
Das Mercedes-Benz Museum – Mekka für schwäbischen Erfindergeist und rasante Pferdestärken. Hier staunt man über die beeindruckende Entwicklung vom ersten Prototypen bis zum heutigen Geschoss mit Flügeltür. Einmal im Monat bildet sich auch nach den regulären Öffnungszeiten eine große Warteschlange vor den Pforten des Cannstatter Museums.

Social Media Night im Mercedes-Benz MuseumAm ersten Mittwoch jeden Monates findet die Social Media Night in den futuristischen Hallen des Museums statt. Zahlreiche Interessenten und Experten aus der Umgebung haben sich hier zu später Stunde versammelt. Zu den Social Media Nights werden Redner aus verschiedensten Branchen eingeladen, die ihre Best-Practise-Erfahrungen aus den Social Web zum Besten geben. Hierbei stellen sie die Tätigkeiten ihres Unternehmens in den verschiedenen Social Networks wie Twitter, Facebook und Co. vor und teilen ihre Erfahrungen mit den Besuchern.

In offenen Diskussionen werden Meinungen, Ideen und Kontakte ausgetauscht. Die Tickets, die über Xing und Facebook erworben werden können, werden zu Beginn im Foyer des Museums eingescannt und jeder Besucher wird mit einem eigenen Namensschild ausgestattet. Über eine Treppe gelangt man in den unteren Teil des Museums, wo man umgeben von futuristischer Architektur und nostalgischen Autos den Vorträgen lauschen kann. Das Kernstück der Präsentationsfläche bildet die rießige Twitterwall, über die man live während der Vorträge Kommentare und Beiträge posten kann. Hierbei entstehen oft digitale Diskussionen zum präsentierten Thema, wobei aber auch Smalltalk und der ein oder andere Shitstorm schon seinen Weg auf die Fläche gefunden haben. Mehr Interaktivität geht nicht.

Der Veranstalter, Markus Besch, eröffnet jede Veranstaltung. Die Redner werden kurz vorgestellt, die nächsten wichtigen Termine genannt und anschließend folgt der erste Vortag. Wie man Veranstalter der Social Media Night wird hat Herr Besch uns erzählt:

„Ich hatte schon immer eine sehr große Affinität zu den sozialen Netzwerken und inzwischen sind es schon mehr als acht Jahre, in denen im mich beruflich mit dem Thema beschäftige. Inzwischen bin ich CEO des Social Media Institute und die Social Networks sind inzwischen für die Masse relevant und unabdinglich geworden. Mit der Veranstaltung der Social Media Night will ich eine Möglichkeit schaffen, um sich über diesen rasant gewachsenen Markt auszutauschen und in Diskussionen neue Impulse zu finden.“ Der Umgang mit Sozialen Netzwerken kann man nicht von heute auf morgen lernen. „Das Social Web hat sich so schnell entwickelt und verändert sich auch weiterhin rasend schnell. Was heute richtig ist, kann morgen schon völlig falsch sein. Deshalb ist es so wichtig Erfahrungen auszutauschen und zusammen über Themen zu diskutieren.“ erklärt Herr Besch. Zustimmung bekommt der Veranstalter in diesem Punkt von vielen Social Media Spezialisten. Einige skandieren, dass die Social Media Party vorbei sei. Was die Zukunft bringt, ist noch ungewiss, in einem Punkt ist sich Herr Besch aber sicher: „Ich bin froh, wenn dieser Social Media Hype endlich vorbei ist und sich alle vernünftig an die Arbeit machen.“

Egal ob Weltunternehmen oder kleiner Sportverein, zurzeit probieren sich alle im Social Web aus. Doch schnell sind die User von den austauschbaren Posts gelangweilt. Das Medium braucht Mehrwert und das ist viel Arbeit. Die Zeiten an denen ein Praktikant nebenbei alle Social Media Aktivitäten eines Unternehmens verwaltet hat, sind längst vorbei.

Social Media Club Stuttgart - Social Media Night - TwitterwallAuch der erste Vortrag ist zu Ende, im Anschluss wird über Crowdfunding referiert. Es ist unglaublich spannend zu sehen, was die Masse bewegen kann. Filmprojekte, die seit Jahren auf der Suche nach Investoren sind, werden hier innerhalb von wenigen Stunden finanziert. Die Idee klingt einfach, doch muss die Ausführung wohl überlegt und gut geplant sein. Auf der Twitterwall überschlagen sich die Tweets und streuen neue Erkennstnisse ins Social Web. Dennoch steht der digitale Austausch nicht im Zentrum, nach den Vorträgen wird bei Snacks und einem Getränk weiterdiskutiert.

In welche Richtung sich Social Media weiterentwickelt, weiß niemand genau, auf den Social Media Nights bündeln sich jedoch die Beobachtungen aus dem Web. Wie wichtig das ist zeigt, dass die Tickets für jede Veransteltung innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft sind.

Auch zu dieser Social Media Night gibt es einen „modernen Zeitungsartikel“ der Stuttgarter Zeitung Online als Storify.

15. Storify der Stuttgarter Zeitung Online

Zur Anmeldung für die nächste Social Media Night gehts hier entlang.

Mehr Informationen über die Social Media Night und den Social Media Club Stuttgart gibt es im Web unter SMCST.de und in den Social Networks. Vielen Dank an das Medien-Team der Akademie der Media.

Einbruch der Visits deutscher Social Networks vs. Platzhirsch XING

Visits deutscher Social Networks 2011-2012

Einbruch der Visits deutscher Social Networks vs. Platzhirsch XING

Schon lange werden die VZ-Netzwerke als erstes genannt wenn es um die Entwicklung von Social Networks in Deutschland geht. Das diese aber nicht als positive Beispiele gelten ist mittlerweile allen klar. Nun hat die Statista Zahlen der IWV veröffentlicht, welche den dramatischen Zustand auch anderer deutscher Social Networks aufzeigen.

Visits deutscher Social Networks 2011-2012

Datenquelle

So verlieren die „VZ-Netzwerke“ -77% im Vergleich zum Vorjahr. Betroffen sind aber auch „wer-kennt-wen.de“ mit einer Veränderung um -54,4% von 2011 bis 2012. Auch die „Lokalisten.de“ müssen mit einem Einbruch der Visits im Vergleich zum vergangenen Jahr von -53,2% kämpfen.

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten in der deutschen Social Media Branche: Die größte deutsche Business Plattform XING kann im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 0,8% bei der Entwicklung der Visits in Millionen verzeichnen.

Dies mag zum einen daran liegen, dass durch einen immer größeren Mangel an Fachkräften neue Wege im Recruiting gegangen werden müssen. Dank einer ausgefeilten Suchfunktion eignet sich XING perfekt zur Mitarbeitergewinnung. Eine weitere Stärke von XING ist die Konzentration auf den deutschsprachigen Raum, in welchem sich LinkedIn, Aufgrund der Internationalität und Facebook, zumindest im B2B-Bereich, (noch) nicht durchsetzen konnten.

Es bleibt abzuwarten welche Ideen und Funktionen als nächstes veröffentlicht werden. So gibt es Gerüchte, dass Facebook an seiner eignen Job Search arbeitet. Einen Überblick der neusten Entwicklungen bei XING findet man dort unter Beta Labs.

Kündigung einer Schwangeren wegen eines Facebook-Posts

Kündigung einer Schwangeren wegen eines Facebook-Posts

In letzter Zeit hat ein negativer Facebook-Post einer schwangeren Frau die Verwaltungsgerichte in Bayern beschäftigt:

Folgendes hatte die Schwangere auf ihrem privaten Facebook-Account über einen Kunden ihres Arbeitgebers, bei dem sie zugleich Privatkundin war, gepostet:

„Boah kotzen die mich an von 02, da sperren sie einfach das Handy, obwohl schon man schon bezahlt hat … und dann behaupten die es wären keine Zahlungen da. Solche Penner … Naja ab nächsten Monat habe ich einen neuen Anbieter …“

Daraufhin wollte der Arbeitgeber, ein Sicherheitsunternehmen, das Arbeitsverhältnis mit der Schwangeren fristlos kündigen und stellte bei der zuständigen Behörde den aufgrund der Schwangerschaft nach dem Mutterschutzgesetz erforderlichen Antrag auf Zulässigerklärung der Kündigung. Das Sicherheitsunternehmen begründete seinen Antrag im Wesentlichen damit, dass die Schwangere, die als Sicherheitsmitarbeiterin für ein Kundenobjekt „O2 telefonica“ zuständig sei, die besagte Aussage öffentlich über Facebook verbreitet habe. O2 habe dem Sicherheitsunternehmen mitgeteilt, wer so über ein Unternehmen denke, könne dieses gegenüber Kunden und Angestellten nicht repräsentieren. Einem weiteren Einsatz der klagenden Arbeitnehmerin werde deshalb nicht zugestimmt.

Die Behörde kam dem Antrag nach und ließ die Kündigung ausnahmsweise zu, da die schwangere Frau durch die in Facebook getätigten Äußerungen über die Firma O2 telefonica, in so schwerwiegender Weise gegen die Treuepflicht gegenüber ihrem Arbeitgeber sowie gegen die Betriebsdisziplin verstoßen, dass eine weitere Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zumutbar erscheine. Das zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer notwendige Vertrauensverhältnis sei durch ihr Verhalten nachhaltig zerstört. Auch eine Weiterbeschäftigung bei einem anderen Kunden sei dem Arbeitgeber nicht zumutbar.

Die Schwangere hat sich gegen diesen behördlichen Bescheid gewendet und begehrte Prozesskostenhilfe und Anwaltsbeiordnung für ihre Klage.

Nachdem zunächst das Verwaltungsgericht Ansbach den Prozesskostenhilfeantrag abgelehnt hat, hatte die dagegen gerichtete Beschwerde der schwangeren Frau Erfolg.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat diese Entscheidung nun geändert und der klagenden Arbeitnehmerin Prozesskostenhilfe gewährt. Zur Begründung wurde Folgendes angeführt:

Die Klage gegen die Zulassung der Kündigung habe hinreichende Erfolgsaussichten. Denn eine ausnahmsweise Kündigung während der Schwangerschaft setze besonders schwere Verstöße der Schwangeren gegen ihre arbeitsvertragliche Pflichten voraus. Diese müssten dazu führen, dass dem Arbeitgeber die Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses schlechthin unzumutbar werde. All diese Voraussetzungen seien jedoch mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht erfüllt, weil die Äußerungen der Schwangeren unter Berücksichtigung von Anlass (private Vertragsbeziehung der Schwangeren mit dem Telefonanbieter) und Kontext der Äußerung (privater Facebook-Account der Schwangeren) keine Schmähkritik darstelle, sondern die Äußerung – trotz ihres rüden Tons – wohl noch vom Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt gewesen sei. Zudem sei zu unterscheiden, ob die Äußerung über den „öffentlichen“ oder über den so genannten „privaten“ Bereich bei Facebook nur im Freundeskreis erfolgt sei. Handelt es sich um eine vertrauliche Kommunikation nur mit Internetfreunden, dürften Arbeitnehmer – wie bei vertraulichen Gesprächen mit Freunden – regelmäßig darauf vertrauen, dass die Äußerungen nicht nach außen getragen werden.(1)

Social Media Guidelines

Dieser Praxisfall verdeutlicht die Notwendigkeit von Social Media Guidelines in einem Unternehmen. Social Media Guidelines sind unternehmensinterne Richtlinien, die den Mitarbeitern Vorgaben machen und Handlungsempfehlungen geben im Umgang mit dem Internet und den Sozialen Medien. Vielen Mitarbeitern sind in Internetportalen oder anderen Kommunikationskanälen des Internets sowohl geschäftlich als auch privat unterwegs, ohne dass ihnen mögliche Folgen bewusst sind. Deshalb ist es erforderlich, durch Social Media Guidelines über die Gefahren des Internets aufzuklären und ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen. Neben Verhaltensgrundsätze gegenüber Kollegen, Kunden und Wettbewerbern sollten Themen wie Datenschutz, urheberrechtliche Aspekte und Sicherheitsrisiken durch Malware thematisiert werden. Eine klare Festlegung von verbindlichen Guidelines erleichtert auch die arbeitsrechtliche Sanktionierung von Verstößen. Sollten Sie hierbei professionelle Unterstützung benötigen, helfen wir Ihnen hier gerne weiter.

Gastbeitrag von: Alja Schmitz von der Firma Alber Buchmann Stefan Rechtsanwälte // Facebook

(1) Quelle: Urteil des Bayrischen Verwaltungsgerichtshof vom 29.02.2012 (Az. 12 C 12.264); Pressemitteilung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 06.03.2012