Hassrede im Netz begegnen und bekämpfen

Hassrede

Hass im Netz ist leider weit verbreitet. Foto: Pexels

„Geh sterben!“, „Find dich richtig dumm“, „dein Blog ist sch***“. Die Hassrede im Netz, und Hass im Netz ist quasi überall und jede Altersgruppe betrifft es. Das SocialMedia Institute Team hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und hierzu unter anderem einen Beitrag vom Schweizer Tagesanzeiger näher betrachtet.

Wie kann man Hass und einer aktiven Hassrede im Netz begegnen und welche Folgen haben solche Aussagen, wie die in unserem Intro? In einer Studie der ETH und Uni Zürich haben sich Forschende mit diesen Themen auseinandergesetzt.

Das erstaunliche Ergebnis hierbei: Eine Gegenrede, die auf Empathie beruht, ist bei Feindseligkeiten im Netz scheinbar am effektivsten. Weniger hilfreich sind hingegen Warnungen oder Humor.

Innerhalb der Studie sind 1300 Twitter-Nutzer*innen befragt worden. Daraus geht auch hervor, dass insbesondere die Anonymität im Netz zu verbalen Ausflüssen führe.

Hass im Alltag

Hass existiert natürlich auch im echten Leben und belastet damit viele Personen. Foto: Pexels

Social-Media-Unternehmen steuern gegen derartige Hassreden und löschen Beiträge, die auffällig werden. Dabei steht jedoch auch fest, dass das Löschen der Beiträge gegen das „Recht auf freie Meinungsäußerung“ geht. Daher zielen solche Unternehmen eher darauf ab, Hass durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Verursacher zu bereinigen.

Die Ergebnisse der Studie mit praxisnahen Beispielen zum Thema Hassrede

Während der Studie hat man vier Gruppen gebildet und jeweils anders auf die Hasskommentare reagiert: Mit Empathie, Witz oder Drohungen (Ausschluss aus Twitter). Auffällig während der Untersuchung war, dass die Gruppe, die Empathie begegnet sind, am ehesten zurückgerudert ist.

Ein Beispiel: Ein Mann schreibt einen abfälligen Kommentar zu einem homosexuellen Paar. Darauf könnte man antworten, dass es das homosexuelle Paar trifft, wenn man sie derart verbal verletzt.

Zwar war das Ausmaß der Veränderung nicht enorm, aber dennoch versendete diese Gruppe weniger fremdenfeindliche Posts. Außerdem waren ungefähr 8 Prozent sogar dazu bereit, den Original-Hass-Tweet zu löschen.

Mit Drohungen kommt man bei einer Hassrede nicht weit

Droht man hingegen dem User mit einem möglichen Ausschluss aus Twitter, so erfolgt keine positive Veränderung hinsichtlich der Hassrede. Beziehungsweise nur kaum… Ebenso ist dies der Fall, wenn man Humor zeigt.

Aus dieser Studie ist ebenso hervorgegangen, dass die meisten Antworten hinterher freundlich sind. Auf die Reaktion der Forschenden reagierten manche sogar entschuldigend und sahen ihre Fehler ein.

Hass

Wer eine Hassrede im Netz erfährt, kann sich an zentrale Hilfestellen wenden. Foto: Pexels

Hassrede – eine kurze Definition

Hassrede, vom englischen Hate Speech, ist die Gewalt, die über Bilder, Worte oder Sprache auf den digitalen Plattformen verteilt wird. Dabei richtet sich die Gewalt wie im echten Leben gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen. Diese unterscheidet sich aufgrund ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder ihres Geschlechts voneinander.

Die Inhalte der Hassrede sind meistens sexistisch, homophob, gewaltverherrlichend oder rassistisch. Eindeutig steht fest: Wer jemanden aufgrund seiner Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder Orientierung schlechtmacht, der begeht eine Straftat. Das ist natürlich auch im Netz der Fall!

Daher sind Webseiten wie „Zivile Helden“ wichtig, um derartige Fälle von Hassrede aufzudecken und eine Lösung für alle Betroffene zu finden. Hierzu gibt es zentrale Beratungsstellen im Netz.

Über den Autor 

Markus Besch ist Vorstand der NextDBI AG - Digital Business Institute und Begründer des SocialMedia Institute mit Hauptsitz in Stuttgart.
Sein persönlicher Fokus gilt dem Thema Social Media Strategie, den Social Business Networks LinkedIn und Twitter, sowie der Bereich Tools.

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